Rauhe Sitten

Strassenverkehr, Politik und der ganze Rest

Rauhe Sitten - Titelbild

Beobachtungen im Straßenverkehr, politische Ansichten, Kino, Musik und was sonst noch so wichtig ist.

Opfergabe für Poseidon

Poseidon ist der griechische Gott des Meeres und wenn man an einem solchen verweilt, sollte man möglichst ein Opfer darbringen für schönes Wetter, gute Wellen, wenig Erdbeben etc. Also in die Wikipedia geschaut, wie ein solches Opfer zu vollbringen ist: Poseidon mochte Pferde, daher war es üblich, ihm Pferde oder Kampfwagen zu opfern. Ein Pferd hatten wir nicht bei uns, also haben wir der Nordsee eine Sonnenbrille übergeben. Erst später fiel uns auf, dass es der letzte Urlaubstag war und uns das Opfer so nicht mehr viel nützt. Also geht entweder gutes Meer in den nächsten zwei Wochen (es war eine teure Sonnenbrille) auf uns oder wir haben beim nächsten Meeresbesuch was gut. Keine Ahnung, wie so etwas läuft, die Aufzeichnungen dazu sind auch nicht so genau. [...]

Rudi Carrell

Rudi Carrell stammt aus Alkmaar und in Nachhinein betrachtet ist es erstaunlich, wie stark mein Fernsehkonsum und insbesondere mein Bild der Holländer von ihm geprägt waren. Die Holländer, das sind die lustigen Leute, immer ein Scherz, komische Sprache. [...]

Flutkatastrophe von 1953

Am 31. Januar und 1. Februar 1953 gab es eine Flutkatastrophe in Großbritannien, Belgien und Holland. Deutschland war nur mäßig betroffen, da sich dort der verursachende Orkan bereits abgeschwächt hatte. Dieser sorgte dafür, dass die sowieso schon hohe Springflut nicht mehr abfließen konnte, es also keine Ebbe gab, da der Wind das Wasser vom Meer ins Land trieb. Dadurch wurden die Deiche unterspült und auch sonst besonder beansprucht. Die Situation wurde sowieso meteorologisch unterschätzt, außerdem traf sie auf Deiche, die aufgrund des Weltkriegs und politischer Entscheidungen beschädigt oder unzureichend gewartet waren. Es brachen hunderte Deiche, die Küstenlinien wurden auf mehr als tausend Kilometer zerstört, die Deiche ebenfalls. Tausende Menschen starben oder wurden obdachlos. [...]

Deiche und Dämme

Es gibt einen Unterschied zwischen Deichen und Dämmen: Deiche stauen Wasser temporär als Gefahrenabwehr, insbesondere zur Hochwasserabwehr. Dämme dagegen stauen dauerhaft ein, z.B. bei Talsperren oder Kanälen. So gesehen ist der Afsluitdijk entgegen seines Namens ein Damm, der das Meer vom IJsselmeer trennt. “Meer” bezeichnet im Holländischen übrigens einen See, im Gegensatz zu “Zee”, das ein Meer ist. So hieß das IJseelmeer vor dem Afsluitdijk Zuiderzee und wurde nach der Trennung umbenannt und außerdem zum Süßwassersee. [...]

Betrachtungen

Eine leere Gaststätte, bei der man beim Eintreten gefragt wird, ob man reserviert hat, weil so viel los ist – das ist seltsam. Viel von meinem Wohlfühlen auf einer Rennstrecke hängt von der Menge und Qualität der Toiletten ab. [...]

Autofokus

Bei der MotoGP kann man ausprobieren, was der Autofokus des Fotoapparats so leistet. Meiner schafft es, auch bei wilder Bewegung das Motiv stabil und scharf zu erfassen. Leider denkt der Apparat, das Motiv ist das 100m-Schild oder wahlweise die Werbebande. [...]

Assen

Die “Kathedrale der Geschwindigkeit”, warum auch immer. Etwas schwierig war es, den Weg zum Parkplatz zu finden, da die Ausschilderungen sehr seltsam waren und uns 20 km Umweg abgenötigt haben. [...]

Kasteel de Haar

Kasteel de Haar – kitschige Angeberburg im Wassergraben, es hat bei mir gewirkt. Hat mir wirklich gut gefallen, auch die Blumen überall, Backsteinromantik, drinnen fein ausgestaltet – Hach. OK, die Glorifizierung des Kolonialismus war ein bisschen zu viel, auch der abgeschnittene Elefantenfuß oder das Krokodilbarometer. [...]

Utrecht

Utrecht, Oh Stadt des Nepps. 88 € für ein Hotelzimmer ohne Fenster und dann noch gesagt kriegen, dass das halt das billige ist, wegen des fehlenden Fensters. Der Stadtführer sagte, es sei schwer, sich nicht in Dich zu verlieben – na ja, es ist uns gut gelungen. [...]

Rotterdam im Dies

Oh Rotterdam, Du diesige Stadt, die bei Wärme wenig Luft hereinlässt, wenn man sich nicht gerade am Hafenbecken befindet. Der Dies steht über Dir wie eine Glucke über ihren Küken und entlässt den Beobachter mit Blicken, die nicht in die Ferne, sondern in die Nähe schweifen. [...]