Detektiv Conan – Das Phantom der Baker Street (名探偵コナン ベイカー街の亡霊, Meitantei Conan: Beikā-gai no Bōrei) – der sechste Conan-Kinofilm.
Wir beginnen mit Hiroki Sawada, einen Programmierkind, dass eine bahnbrechende KI entwickelt. Immer mehr eingesperrt vom “Zaren” Thomas Schindler löscht er seine Schöpfung, “Noahs Arche”, und stürzt sich vom Hochhaus.
Zwei Jahre später wird ein Computerspiel vorgestellt, Cocoon, dass auf der Basis der Programmierung von Hiroki erstellt wurde. Es erschafft virtuelle Welten, in die man eintauchen und in denen man Abenteuer erleben kann.
Die üblichen Verdächtigen sind natürlich dabei, Detective Boys, Ran, Conan und Ai, der Professor und diesmal auch Conans Vater, der als Berater für Teile der Inhalte fungierte. Insbesondere für den titelgebenden London-Teil.
Unsere Leute schleusen sich alle außer Conan in den Test des Spiels rein. Nebenbei ermordet der Zar noch den Hauptprogrammierer, das Warum wird später geklärt. Vor dem Tod hinterlässt der Programmierer einen Hinweis auf Jack The Ripper in Blut auf der Tastatur. Grund genug für Conan, sich nun auch ins Spiel zu schleusen, um dem Hinweis zu folgen.
Mit Spielstart übernimmt Noahs Arche die Steuerung. Sie kündigt an, dass mindestens ein:e Teilnehmer:in des Spiels im Spiel überleben muss, sonst werden alle Spieler:innen im realen Leben getötet. Einmischung von außen ist verboten. Sie deklariert das als Protest gegen die Übergabe von Posten und Macht per Familie in Japan. Die Teilnehmer:innen sind alle Kinder von einflussreichen, meist auch reichen Personen.
Im Spiel müssen die Detective Boys Jack The Ripper finden und zur Strecke bringen. Nach anfänglichen Schwierigkeiten arbeitet die zusammengewürfelte Gruppe ganz gut zusammen. Die teilnehmenden verwöhnten Blagen lernen sogar etwas Demut. Alle anderen Kinder in den anderen Spielwelten sterben virtuell.
Etliche inhaltliche Verstrickungen, Lösungen und Actionszenen später gewinnt das Gute (also Conan). Aber alle helfen mit, mit durchaus guten Aktionen, keine Kritik dort. Der Fall ist wieder einmal etwas zu durchdacht bzw. verworren, kann aber halbwegs logisch gelöst werden. Dabei findet Conan auch die Identität des Mörders draußen raus, sein Vater hat das natürlich auch geschafft.
Die KI ist zufrieden mit dem Ergebnis und lässt alle wieder frei. Alle haben etwas gelernt und sind demütiger geworden.
Friede, Freude, Eierkuchen, wieder Romantik zwischen Ran und Conan/Shin’ichi, wieder etwas unbeholfen.
Der Film kann gut unterhalten. Ich kann nicht einschätzen, ob die Idee des virtuellen Spiels zum Entstehungszeitpunkt noch originell war, seitdem ist das einfach sehr abgenudelt und durchgespielt. Dennoch stört das nicht, denn das Spiel ist nur ein Vehikel für die normalen Conan-Ansätze, einfach ein anderer interessanter Handlungsort.
Mich stört, wie immer bei Holmes-Adaptionen, die Stilisierung von Irene Adler als große Liebe Holmes’. Muss ich durch.
Und, selbst im Film angesprochen: warum warnt Conan Moriarty vor den Reichenbachfällen?
Fazit: Solider, gelungener Conan, nicht viel auszusetzen, gute Erzählung.