Film-Kritik: 28 Years Later: The Bone Temple (2026)

 23. August 2026 •  Ekkart •  28 Days Later, Danny Boyle, Kritik •  Kino, Kritik •  IMDB •  6
 angesehen am 18. August 2026
 Fazit: Hat mich gar nicht abgeholt, zu esoterisch, zu realistisch brutal.

28 Years Later: The Bone Temple – der zweite Teil der 28-Years-Later-Trilogie, deren erster Teil die dritte Fortsetzung von 28 Days Later ist. Auch hier Danny Boyle wieder als Produzent, Nia DaCosta führt Regie. Ihren The Marvels fand ich gut, auch ihre Neuinterpretation des Candyman war ok.

Nun ist es mir passiert, dass ich das mit der Trilogie nicht mitbekommen habe und dachte, dieser Film ist der “28 Years Later”-Film. Hab ich aber erst nach dem Gucken mitbekommen, hat also wenig Einfluss auf die Rezeption des Films, es sei denn, im Vorgänger wurden die Figuren so eingeführt, dass ich jetzt mehr Spaß gehabt hätte.

Wir beginnen damit dass ein Inititationsritus in der Satanistengruppe von Sir Jimmy Cristal (selbsterklärter Sohn von Satan) durchgeführt wird, in der Spike seinen Platz in der Gruppe erkämpfen soll. Gegen ein bestehendes Mitglied, Kampf auf Leben und Tod. Er gewinnt, es macht ihm keinen Spaß, willkommen in der Mördergruppe.

Cut zu Erzählstrang 2: Ralph Fiennes ist Dr. Kelson ein Arzt, der gegen das Virus kämpfen will. Er ist dabei oft blutverschmiert, manchmal auch nackt. Und testet sein Serum an Samson (Chi Lewis-Parry), der auch gern nackt rumläuft, dabei aber Menschen den Kopf mit Rückgrat rausreißt und deren Gehirn isst.

Im Endeffekt setzt Dr. Kelson Samson unter Drogen, die beiden durchleben schöne Drogenstunden miteinander. Im Gras chillen, Himmel und Sterne angucken, miteinander tanzen. Das Ganze in einem Wald aus menschlichen Knochen.

Wieder zurück zu den Satanisten: sie haben Opfer gefunden: eine Gruppe Leute, die in einem Haus leben. Na ja, lebten, denn sie werden bei lebendigem Leib gehäutet, um Satan zu gefallen. Das Ganze in einer gleichzeitig brutalen aber blutarmen Szene. Eine Frau entkommt, wir sehen sie nicht wieder, im dritten Teil dann vielleicht? Spike macht dabei nicht mit, in Jimmy Ink(?) findet er eine Art Verbündete, zumindestens versteht sie ihn.

Die Satanisten treffen auf Dr. Kelson, den sie, nicht zu unrecht, für Satan halten. Der klärt das in einem Gespräch mit seinem “Sohn” auf, spielt trotzdem Satan, um zu überleben. Das kulminiert in einer beeindruckenden Szene im titelgebenden Bone Temple zur Musik von Iron Maiden (666 natürlich). Overacting galore.

Am Ende sterben alle bis auf zwei. Und Samson, der jetzt geheilt ist und Dr. Kelson irgendwohin trägt. Obwohl geheilt, kann er immer noch prima Zombies erledigen, statt Menschen wie vorher. Größtenteils nackt.

Noch kurzer Ausblick auf den dritten Teil, Abspann.

Tja.

Der Film war so gar nicht meins. Wir sind in einer Zombieapokalypse. Klar, wir nennen es ein Virus, aber wir schauen einen Zombiefilm.

Solange Zombies töten hab ich wenig Probleme damit. Ist ein brutales Märchen, ist in Ordnung. Sobald aber die Satanistengruppe auftritt – und das tut sie in der ersten Szene – geht es um richtige Menschen, die anderen Menschen brutale Dinge antun. Einfach so, aus Spaß. Da bin ich dann sehr raus.

Dazu kommt, dass die ganze Odyssee von Dr. Kelson und dem Zombie, so schön sie gefilmt und gespielt sein mag (hab ich Overacting schon erwähnt), mich ebenfalls nicht abholt – Drogensequenzen und deren Andeutungen sind wie Traumsequenzen im Film – gar nicht meins. Das ist mir zu weit weg, zu abgefahren ohne dabei abgefahren lustig zu sein.

Der Film hat seine Momente, das will ich nicht bestreiten. Aber die grundlegende Attitüde, Over the top auf allen Ebenen, hat bei mir nicht gezündet. Selbst an der Bone-Temple-Szene mit Iron Maiden konnte ich mich nach dem Film nicht mehr wirklich ergötzen. Und die war schon richtig cool.

Frage: warum haben die Leuten im Haus nicht 28 Jahre nach der Apokalypse einen Mechanismus, um Zombies und auch böse Menschen abzuwehren? Nach 28 Wochen – ok, aber nach 28 Jahren? Ist das nicht etwas blauäugig?

Mal sehen, was der Vorgänger dazu beitragen kann, mich milde zu stimmen. Für sich genommen und im Kontext der Reihe – nö, muss nicht sein.


 Fazit: Hat mich gar nicht abgeholt, zu esoterisch, zu realistisch brutal.