Detektiv Conan – Der Killer in ihren Augen (名探偵コナン 瞳の中の暗殺者, Meitantei Conan: Hitomi no naka no ansatsusha) – der vierte Conan-Kinofilm.
Shin’ichi ist mit Ran im Vergnügungspark und geht mir ihr in die Fontäne. Diese beginnt pünktlich zur vollen Stunde zu sprühen, Ran ist begeistert. Die mitgenommene Cola sprüht beide beim Aufmachen voll (übrigens sehr unrealistisch, irgendwie gab es in Japan an allen Automaten nur Flaschen und Büchsen, die ihre Kohlensäure im Griff hatten), wir lachen.
Das ist so offensichtlich angelegt, dass klar ist, dass das später noch einmal eine Rolle spielen wird. Zugegeben, das ist bei Conan öfter so, was soll’s, sagt man sich, noch nicht ahnend, dass die Offensichtlichkeit sinnbildlich für den Film steht und diese den Genuss erheblich trübt.
Generischer Vorspann, wird Zeit für die angepassten.
Conan und die Detective Boys müssen mit ansehen, wie ein Polizist vor ihren Augen angeschossen wird und verblutet. Lässt sie ziemlich kalt. Dennoch muss das aufgeklärt werden, insbesondere, als ein weiterer Polizist ermordet wird.
Hochzeit der Schwester von Kommissar Shiratori, viele Polizisten anwesend – wird der Mörder wieder zuschlagen?
Wird er, er hat es auf Inspektorin Satō abgesehen. Der Plan: sie soll in dem riesigen Hotel auf eine bestimmte Damentoilette gehen. Dann schaltet er das Licht in dieser Etage durch einen Sprengsatz aus. Er hat eine brennende Taschenlampe im Badeschrank dieser einen Toilette liegenlassen, die soll Satō finden und ihm damit leuchten. Dann kann er Satō erschießen.
Todsicherer Plan. Funktioniert, allerdings ist auch Ran mit im Bad, sie findet die Taschenlampe und muss mit ansehen, wie Satō angeschossen wird. Darüber verliert sie das Gedächtnis, denn sie ist nicht so abgebrüht wie die Grundschulkinder, wenn jemand erschossen wird.
Ran ist also im Krankenhaus, bekommt einen dümmlichen Gesichtsausdruck (Gedächtnisverlust) und versucht, sich zu erinnern. Etliche Verwicklungen soll sie im Vergnügungspark ihre Erinnerung wiederfinden. Ohne Conan aber mit den anderen. Der falsche Verdächtige wird geschnappt, Kudos an die Detective Boys, die Überwachung von Ran abgebrochen (warum auch immer) Conan kommt und muss Ran retten.
Cue: Verfolgungsjagd über den Park mit unwahrscheinlichen Wendungen und sehr vielen Dialogen. Wir erfahren, wer der Mörder ist und warum und das ist selbst für einen Conan-Fall sehr, sehr, sehr weit an den Haaren herbeigezogen. Außerdem wird sehr viel geschossen und sehr wenig getroffen. Shame on you, Mörder.
Ran wird gerettet und bekommt durch die Fontäne ihr Gedächtnis wieder – wer hätte das kommen sehen. Satō überlebt – auch das überrascht nicht.
Ach.
Das ist kein sonderlich toller Film. Er hat sehr viele Längen, es wird viel erzählt, geredet, Tiefe reingebracht, wo keine ist. Die Leichtigkeit fehlt, die einen die aberwitzigen Fälle ertragen lässt. So fällt sehr deutlich auf, dass die Auflösung des Falls nicht trägt, zu viele offensichtliche falsche Verdächtige, zu viel Zufall. Apropos offensichtlich: viele Szenen kündigen sich meilenweit an, nur einige werden ironisch durchbrochen, z.B. durch Ai.
Die Animation ist sehr gut, da gibt es nix zu deuteln. Es gibt auch einige gute Szenen.
Beste Szene: Sonoko hat Ran wieder. So inszeniert man Emotionen.
Zweitbeste Szene: Ran packt Karate aus.
Schlimm: Ran guckt den halben Film dümmlich vor sich her.
Zweitschlimm: auch Conan ist gehemmt in seiner Kombinationsgabe, sehr viele Hinweise lässt er liegen. Dafür holt er dann aus dem Nichts die Lösung.
Kann man sehen, den Film, eine Drittsichtung ist eher unwahrscheinlich.
Fazit: Kein großer Wurf, langatmig und uninspirierte Geschichte.